Die Mitglieder von Black Sabbath: vier Männer aus Birmingham, ein Dutzend Nachfolger
Wenn mich jemand fragt, wer eigentlich alles bei Black Sabbath gespielt hat, sage ich meistens: Setzen Sie sich hin. Die kurze Antwort lautet Ozzy Osbourne, Tony Iommi, Geezer Butler und Bill Ward. Die längere Antwort zieht sich über mehr als fünf Jahrzehnte und umfasst über ein Dutzend Musiker, von denen die meisten nur auf ein oder zwei Alben zu hören sind.
Zwischen 1968 und 2017 hat die Band nach meiner Zählung 19 Musiker durch ihre Reihen geschickt. Manche blieben 16 Jahre, andere 18 Monate. Und wer heute eine Band namens Black Sabbath auf einer Bühne sieht, sieht streng genommen nur noch einen Gitarristen aus der Gründungszeit.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Gründungsbesetzung von 1968 bestand aus vier Männern aus Birmingham: Ozzy Osbourne, Tony Iommi, Geezer Butler und Bill Ward.
- Tony Iommi ist das einzige Mitglied, das auf allen Studioalben der Band zu hören ist. Er ist die einzige echte Konstante.
- Der Sängerposten wechselte zwischen 1979 und 1995 fünfmal. Kein anderer Posten war so instabil.
- 1985, 1997 und 2011 gab es Reunion-Versuche mit der Originalbesetzung. Nur der letzte hielt bis zum Schluss.
- Seit dem Abschiedskonzert im Februar 2017 in Birmingham gilt die Band als aufgelöst.
Die Gründungsmitglieder und ihre Zeit in der Band
Bevor sie sich Black Sabbath nannten, hießen sie Earth. Das war 1968, in Aston, einem Arbeiterviertel von Birmingham. Vier Jugendliche, die sich in einem Musikladen kennengelernt hatten. Von dort aus begann eine der merkwürdigsten Karrieren der Rockgeschichte, und die vier Männer, die daran beteiligt waren, sind bis heute die Antwort auf die Frage nach den Mitgliedern von Black Sabbath.
Ozzy Osbourne (Gesang, 1968–1979, 1997–2017)
Der Mann, der später seinen eigenen Namen größer auf Plakate drucken ließ als den der Band. 1979 wurde er gefeuert, offiziell wegen mangelnder Arbeitsmoral, inoffiziell weil die Band um ihn herum nicht mehr funktionierte. Was viele nicht wissen: Sein Ersatz, Ronnie James Dio, war kein Neuling, sondern kam direkt von Rainbow.
Tony Iommi (Gitarre, 1968–2017)
Der einzige, der nie ging. Wenn Sie sich merken wollen, wie Black Sabbath in der einen oder anderen Phase klangen, müssen Sie nur Iommis Gitarrenriffs anhören. Er war auch derjenige, der die Band nach dem Ausstieg der anderen drei zusammenhalten musste, ob er wollte oder nicht. Iommi verlor als junger Mann zwei Fingerspitzen bei einem Arbeitsunfall und entwickelte daraus seinen gedämpften Ton. Das ist keine nette Anekdote am Rand, sondern der Grund, warum die frühen Alben so klingen, wie sie klingen.
Geezer Butler (Bass, 1968–1979, 1983–1985, 1990–1994, 1997–2017)
Butler schrieb den größten Teil der Texte. Okkulte Bilder, apokalyptische Szenen, Sozialkritik im Gewand des Horrors. Er kam und ging mehrmals, was die Diskografie unübersichtlich macht.
Bill Ward (Schlagzeug, 1968–1980, 1983–1984, 1994, 1997–1998)
Und hier wird es unangenehm. Ward war bei fast allen Reunion-Gesprächen im Spiel, aber Gesundheitsprobleme verhinderten seine tatsächliche Rückkehr. Bei der Abschiedstournee fehlte er ganz, obwohl er 2012 zunächst zugesagt hatte.
Wer saß sonst am Schlagzeug?
Bill Ward wird in fast jedem Artikel über die Black-Sabbath-Mitglieder genannt. Wer die Band aber länger verfolgte, weiß, dass der Schlagzeugposten nach 1980 regelrecht durchgereicht wurde. Fragen Sie einen Fan nach dem Black-Sabbath-Schlagzeuger, und Sie bekommen je nach Alter drei verschiedene Antworten.
Bill Ward — der erste Schlagzeuger
Er prägte den Sound der ersten acht Alben. Sein Spiel war nicht technisch versiert, aber er hatte ein Gespür für das, was später als Groove bezeichnet wurde. Bei „War Pigs" und „Iron Man" hört man, warum das so wichtig war.
Vinny Appice und Cozy Powell — die Nachfolger
Nach Wards erstem Ausstieg 1980 holte Iommi Vinny Appice, der zuvor mit Ronnie James Dio gespielt hatte. Appice blieb bis 1983, kehrte 1991/92 zurück und war auch auf der Reunion-Platte Dehumanizer zu hören. Cozy Powell, der vorher bei Rainbow und Whitesnake gesessen hatte, trommelte Mitte der Achtziger und dann wieder 1994/95. Powell starb 1998, ein Jahr bevor die Originalbesetzung sich für ein Album namens Reunion zusammenfand.
Dazwischen gab es noch Bev Bevan, der ehemalige Electric-Light-Orchestra-Schlagzeuger, der kurzzeitig 1983/84 die Stöcke übernahm, und mehrere Session-Musiker für Tourneen. Ich habe mir einmal die Mühe gemacht, alleine für die Born Again-Tournee 1983 die Besetzung nachzuvollziehen. Ich sage es ungern: Ich musste die Recherche zweimal anfangen, weil ich die Namen durcheinandergebracht habe.
Der Sängerposten: fünf Wechsel in 16 Jahren
Zwischen 1979 und 1995 hatte Black Sabbath fünf verschiedene Sänger. Kein anderer Posten in der Bandgeschichte war so instabil. Wie es dazu kam, ist eine Mischung aus Drogen, Plattenfirmen-Druck und dem schlichten Umstand, dass Iommi weitermachen wollte, während die anderen gingen.
- Ronnie James Dio (1979–1982, 1991–1992): brachte den Bombast der Achtziger in die Band. Heaven and Hell von 1980 gilt bis heute als eines der stärksten Alben der Band.
- Ian Gillan (1983–1984): der ehemalige Deep-Purple-Sänger. Ein einziges Album, Born Again. Der Klang gilt bis heute als eine der schlechtesten Produktionen der Band.
- Glenn Hughes (1985–1986): kam von Deep Purple, spielte nur auf Seventh Star. Das Album wurde übrigens zunächst als Iommi-Soloalbum vermarktet.
- Ray Gillen (1986–1987): tourte mit der Band, nahm das Material für The Eternal Idol auf, wurde aber vor der Veröffentlichung ersetzt.
- Tony Martin (1987–1991, 1993–1995): der am längsten amtierende Nicht-Ozzy-Sänger. Fünf Alben, die heute kaum noch jemand kennt.
Dann gibt es eine Kuriosität am Rand. Der Sängerposten war 1977 kurz an Dave Walker vergeben, bevor Ozzy zurückkam. Walker nahm mit der Band Demoaufnahmen auf, die erst Jahrzehnte später offiziell erschienen. Zählen Sie ihn mit, kommen Sie auf sechs Sänger.
Alle Mitglieder im Überblick — ein Überblick, den kein Konzertprogramm liefert
Ich habe lange nach einer Übersicht gesucht, die nicht nur die vier Gründungsmitglieder auflistet, sondern auch die Mitmusiker, die auf einzelnen Alben zu hören sind. Also habe ich mir eine gebaut. Hier ist sie.
| Name | Instrument | Zeitraum | Bekanntestes Album |
|---|---|---|---|
| Ozzy Osbourne | Gesang | 1968–1979, 1997–2017 | Paranoid |
| Tony Iommi | Gitarre | 1968–2017 | alle |
| Geezer Butler | Bass | 1968–1979, 1983–1985, 1990–1994, 1997–2017 | Master of Reality |
| Bill Ward | Schlagzeug | 1968–1980, 1983–1984, 1994, 1997–1998 | Vol. 4 |
| Ronnie James Dio | Gesang | 1979–1982, 1991–1992 | Heaven and Hell |
| Vinny Appice | Schlagzeug | 1980–1983, 1991–1992 | Mob Rules |
| Ian Gillan | Gesang | 1983–1984 | Born Again |
| Glenn Hughes | Gesang | 1985–1986 | Seventh Star |
| Ray Gillen | Gesang | 1986–1987 | (unveröffentlicht zu Lebzeiten) |
| Tony Martin | Gesang | 1987–1991, 1993–1995 | Tyr |
| Cozy Powell | Schlagzeug | 1988–1991, 1994–1995 | Headless Cross |
| Bob Daisley | Bass | 1986–1987 | Sessionarbeit |
Was an dieser Tabelle auffällt: Der Bassposten war fast so instabil wie der Gesang. Zwischen Butlers Ausstieg 1979 und seiner dauerhaften Rückkehr 1997 saßen dort mindestens fünf Musiker, darunter Bob Daisley und Neil Murray, die beide eher als Session-Musiker bekannt sind. Bei den Aufnahmen zu Never Say Die! von 1978 war Butler schon halb draußen, obwohl er offiziell noch dabei war.
Die Reunion-Versuche: dreimal dasselbe Experiment
Die Originalbesetzung von Black Sabbath war nicht einmal eine dauerhafte Sache. Sie war ein Zustand, der dreimal unterbrochen und zweimal wiederhergestellt wurde. Wer die Bandgeschichte als gerade Linie denkt, wird daran scheitern.
Die erste Reunion: 1985
Das war ein einziger Auftritt beim Live-Aid-Konzert in Philadelphia. Kein Album, keine Tournee. Danach ging die Band weiter mit Tony Martin.
Die zweite Reunion: 1997
Die Originalbesetzung kam für zwei Festivalauftritte zusammen, aus denen die Live-Platte Reunion wurde. Bill Ward war dabei, Ozzy war dabei, alle vier waren da. Ein 1998 aufgenommenes Studioalbum mit Ozzy erschien nie. Stattdessen wurde die Band für mehrere Jahre wieder auf Eis gelegt.
„The End" — die Abschiedstournee
Ab 2016 ging die Band ein letztes Mal auf Tournee, diesmal mit Tommy Clufetos am Schlagzeug statt Bill Ward. Anfang Februar 2017 fand in Birmingham das letzte Konzert statt. Ort und Datum waren bewusst gewählt: Die Stadt, in der alles 1968 begonnen hatte, und der Abend, an dem die Band nach fast fünfzig Jahren aufhörte zu existieren. Bill Ward war nicht dabei. Er hatte sich 2012 geweigert, einen Vertrag zu unterschreiben, den er als unfair empfand. Wer wissen will, ob die Band wirklich aufgelöst ist: Seit 2017 hat kein Mitglied ein neues Studioalbum veröffentlicht, und Iommi hat mehrfach erklärt, dass es keines geben wird.
Was die Mitgliederliste über die Band verrät
Wenn Sie die Antwort auf die Ausgangsfrage in einem Satz haben wollen: Die Mitglieder von Black Sabbath sind streng genommen über 19 Personen verteilt, aber die Band, an die sich die Welt erinnert, hatte nur vier Gesichter. Das ist gleichzeitig unfair und ehrlich. Unfair, weil Tony Martins fünf Alben damit vom Erdboden verschwinden. Ehrlich, weil die frühen Alben das sind, was Black Sabbath definiert hat, und die frühen Alben wurden von genau den vier Männern aus Birmingham eingespielt.
Was mich an dieser ganzen Geschichte bis heute fasziniert: Es gibt kaum eine andere große Rockband, bei der die Besetzungslage so stark von einem einzigen Menschen abhing. Iommi hat die Band zusammengehalten, durchgeboxt und dabei nie einen anderen Namen auf das Plakat gesetzt. Das ist eine Haltung, die man heute kaum noch findet.
Wenn Sie also das nächste Mal ein Konzertplakat mit „Black Sabbath" sehen und sich fragen, wer da eigentlich auf der Bühne stehen würde — fragen Sie zuerst, welches Jahr gerade ist. Die Antwort hängt davon ab.